Heimat, vergiss die Söhne nie
Es liegt ein Grab im Birkenhain
verlassen im östlichen Land
das pflegt ein altes Mütterlein
behutsam, mit sorgender Hand.
Sie schlingt ums Kreuz manch Blumenkranz
wenngleich es fremden Namen trägt
und betet oft im Abendglanz
die Arme um das Kreuz gelegt.
Sie betet für den letzten Sohn
der fern im Sauerlande blieb
und ahnungsvoll vom Sterben schon
im letzten Briefe an sie schrieb.
Im Hundemtal, am Embergshang
da liegt ein einsam Russengrab
es pflegt ein Mütterlein schon lang
das auch den jüngsten Buben gab.
Es fühlt, dass dort am fernen Don
eine Mutter ihr gleiches tut
und betet für deren und ihren Sohn
der in östlicher Erde ruht.
Heimat, vergiss die Söhne nie
verstreut unterm Sternengezelt
Denk ihrer Lieben, schütze sie
sie tragen der Kriege Entgelt.
Gott schirm die Heimat, segne sie
Tote, Lebende Wald und Feld
Städte, Dörfer, Höfe und Vieh
und schenk uns den Frieden der Welt.